Atmung und Beckenboden: So hängen sie zusammen

Die Atmung ist der Schlüsselpunkt für dein Beckenbodentraining und auch für dein Allgemeinbefinden.

Denn Atmung ist Leben und Leben ist Atmung. Heißt: Wenn deine Atmung gut fließt, das Zwerchfell sich gut bewegen kann, dein Oberkörper bei jeder Atembewegung gut mitbewegt, profitiert nicht nur dein Nervensystem und dein Herz-Kreislaufsystem aufgrund des Sauerstoffaustausches, sondern auch dein Beckenboden!

Denn der Beckenboden und die Beckenbodenmuskulatur folgen der Atmung – sprich der EIN- und AUSatmung.

Was bei der EINatmung passiert

Bei der EINatmung füllen sich die Lungen mit Sauerstoff, der am besten mit der Nasenatmung aufgenommen wird. Das Zwerchfell bewegt sich nach unten Richtung Füße, die Bauchmuskulatur weitet sich nach vorne und zu den Seiten, genauso wie die Rückenmuskulatur sich zur Seite und nach hinten bewegt.
Und was macht die Beckenbodenmuskulatur?! Richtig, sie bewegt sich ebenfalls nach unten, Richtung fußwärts.

Was bei der AUSatmung passiert

Bei der AUSatmung ist es genau andersherum. Die Lungen ziehen sich zusammen, weil die verbrauchte Atemluft über die Nase wieder ausgeatmet wird, und infolgedessen wird das Zwerchfell Richtung Kopf bzw. nach oben gezogen.
Der Unterdruck, der dabei im Bauchraum entsteht, lässt auch die Beckenbodenmuskulatur nach oben ziehen, und die Bauch- und Rückenmuskulatur folgt.

Weite und Enge in der Rumpfkapsel

In dem Sinne entsteht bei der EINatmung Weite im Oberkörper und in der gesamten Rumpfkapsel – bestehend aus Zwerchfell (oben), Bauchmuskulatur (vorne und seitlich), Rückenmuskulatur (hinten und seitlich) und Beckenbodenmuskulatur (unten) – und bei der AUSatmung Enge.

So nutzt du dieses Wissen fürs Training

Dieses physiologische Prinzip der EIN- und AUSatmung kannst du dir zunutze machen, um deine Beckenbodenmuskulatur zu trainieren. Indem du deine Aufmerksamkeit auf deine Atmung lenkst, die Atembewegung steuerst und die einzelnen Komponenten der Rumpfkapsel miteinander verbindest.
So entsteht bei der EIN- und AUSatmung ein Rhythmus:

EIN = die Beckenbodenmuskulatur bewegt sich nach unten Richtung fußwärts und gibt sozusagen elastisch nach
AUS = die Beckenbodenmuskulatur bewegt sich nach oben Richtung kopfwärts und wird durch den Unterdruck nach oben gezogen

Vereinfacht könnte man sagen, dass eine Entspannung bei der EINatmung und eine Anspannung bei der AUSatmung in der Beckenbodenmuskulatur entsteht.
Nutze dieses Wissen über die Atmung und ihre Verbindung zum Beckenboden in deinen Übungen.

Du möchtest gerne einfache Alltagsübungen haben? Dann lies gern meinen Blogartikel „3 Übungen um achtsam mit deinem Beckenboden in Verbindung zu kommen – anders als du denkst“.

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Hi, ich bin Franziska

Physiotherapeutin und Yogalehrerin.

Mit YoPhy begleite ich dich zu mehr Körperbewusstsein und innerer Stabilität.